So sehr man es sich auch wünscht und hofft: Die Kinder können nicht vor jeder Verletzung oder Krankheit beschütz werden. Natürlich muss man die empfohlenen Arzttermine wahrnehmen und man sollte gewissenhaft agieren. Es ist wichtig, dass man sich als solides Vorbild präsentiert. Doch zu viel Dominanz oder zu hohe Ansprüche bewirken schnell das Gegenteil und helfen letztlich keinem weiter. Viel wichtiger ist es, dass die Kinder die eigenen Erfahrungen machen. Man sollte die Jüngsten bereits an unterschiedliche Gebiete heranführen und je nach Alter die eigenen Erfahrungen fördern. So wird das Gedächtnis aktiviert und mögliche Gefahrenquellen lassen sich besser und konsequenter einschätzen. Pure Verbote sind dagegen eher hinderlich.

Gesundheit und Krankheit

Da das Immunsystem der Kinder noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen ist, kommt es verstärkt zu Erkrankungen. Doch diesbezüglich besteht kein Grund zur Sorge. Es handelt sich um einen normalen Prozess, welcher eine Phase der Entwicklung darstellt und schließlich auch abgeschlossen werden kann. Husten und Schnupfen gehören einfach zum Kind-sein dazu. Meist kommt es zudem zu erhöhter Temperatur oder sogar zu Fieber. Sollten sich die Symptome verschlechtern, so sollte natürlich ein Arzt aufgesucht werden. Doch es wäre falsch, wenn man gleich in Panik verfallen würde. Möglicherweise hat der Kleine in den Regenpfützen getobt, vielleicht war die Jacke nicht dick genug und das Knie hat ein paar Schürfwunden abbekommen; aber es handelt sich dennoch um normale Kinderkrankheiten, welche irgendwie schon immer dazu gehörten und dies auch in Zukunft tun werden. Vielleicht bemerkt das Kind auf diese Weise, dass jede Aktion auch eine bestimmte Reaktion beinhaltet und dass man vielleicht in Zukunft etwas vorsichtiger sein sollte. Schon allein diese Erkenntnis ist es wert und treibt die normale kindliche Entwicklung ganz nebenbei voran. Als Eltern sollte man sich bewusst sein, dass Krankheit und Gesundheit immer eng zusammen liegen und dass ein Wechsel zu jeder Zeit passieren kann.

Eigene Erfahrungen bringen vorwärts

Keine Erfahrung ist so eindringlich wie die eigenen Erkenntnisse. Nehmen Sie Ihren Kindern also nicht die Chance, selbst aktiv zu werden. Im Zweifelsfall können Sie sich an die eigene Kindheit erinnern und werden schnell feststellen, dass auch Sie Grenzen austesten wollte. Gute Ratschläge sind mit Sicherheit wichtig und natürlich immer gut gemeint. Schließlich möchte man stets das Beste. Doch Wunsch und Realität sind nicht immer dicht beieinander. Die Gegenwart lehrt uns, dass Kinder die Unterstützung, aber nicht die Bevormundung benötigen. Dabei geht es keinesfalls um reine anti-autoritäre Erziehung. Ein bisschen Strenge ist durchaus berechtigt und kann auch ein guter Wegweiser sein. Aber dennoch sollte man die Zügel locker lassen. Denn nur Verbote oder Einschränkungen bewirken meist das Gegenteil. Eine Oppositionshaltung kann sich schnell negativ auswirken und zum echten Risiko werden.

Vom Kind zum Teenager

Sofern die Kinder in die Pubertät kommen, beginnt die eigentliche Herausforderung für das Elternhaus. Defizite oder Fehler, welche es bis zu diesem Punkt gab, können nun nicht mehr schlagartig behoben werden. Wirkliche Gefahren (Alkohol, Drogen, Ansteckungskrankheiten) lauern auf die Heranwachsenden und es gilt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wurde das Kind gut auf diese Situationen vorbereitet und das Einschätzen für wirkliche Gefahrenquellen ist geschult, so besteht kein Anlass für wirklich große Sorgen. Natürlich gibt es immer ein Restrisiko, welchem wir alle ausgesetzt sind. Doch mit Vertrauen und ein paar bindenden Vereinbarungen werden Sie auch diese Hürden meistern können. Gelingt dies im Laufe der Jahre, können Sie das Thema der Gesundheit und deren Bewältigung als möglichst gelungen betrachten.

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